Als wären die schrägen Töne bei „Deutschland sucht den Superstar“ und „Popstars“ nicht schon genug! Seit vergangenem Dienstag hat ProSieben ein neues Format am Start, das schiefen Gesang geradezu herausfordert:
„Singing Bee“ ist ganz ausdrücklich ein Forum für untalentierte Sängerinnen und Sänger, die allerdings Textsicherheit beweisen müssen. Nur wer die gesuchten Song-Lyrics in verschiedenen Spielrunden ergänzen kann, hat die Chance auf einen Gewinn von 50.000 Euro im Finale der Show.
Kurzum: Alle, die von Dieter Bohlen oder D! einen Korb inklusive Demütigung eingesteckt haben, dürfen sich bei „Singing Bee“ noch einmal vor der TV-Nation blamieren. Denn Fremdschämen bringt bekanntlich gute Quoten!
Ein TV-Käfig voller Narren…
Gleich zu Beginn der Auftaktsendnung gab es deshalb Einspieler von den Vorab-Castings. Diese erinnerten mit ihren skurrilen, zumeist kostümierten Kandidaten sicher nicht zufällig an die obligatorische Freakshow zum Start jeder DSDS-Staffel.
Es wäre mal interessant zu wissen, wie viel die Leute dafür bekommen, sich vor der Kamera zum Affen zu machen! Vermutlich vermittelt inzwischen schon das Arbeitsamt hemmungslose Selbstdarsteller an die TV-Sender.
Das Anforderungsprofil: Ihnen ist nichts peinlich – auch nicht vor einem Millionenpublikum. Sie haben nichts zu verlieren. Sie sind im besten Fall jung, willig und brauchen das Geld. Sie machen alles, was man Ihnen sagt…
Inszeniert oder nicht – die Kandidaten funktionieren in „Singing Bee“ ihren Erwartungen entsprechend gut: Sie zappeln motiviert und völlig überdeht herum, während die Live-Band im Studio bekannte Hits anstimmt.
Erst wenn sie schließlich den Liedtext fortsetzen müssen, kreischen, krächzen oder grölen sie ein paar wenige Zeilen ins Mikro. Der Schwierigkeistgrad hält sich dabei in Grenzen und so ist wie in der ersten Folge der Hauptgewinn zum Greifen nah.
Moderieren will gelernt sein…
Leider erwies sich Moderationsanfängerin Senna von Monrose als nicht so textsicher wie die Kandidaten. Neben ihrem immerzu grinsenden und plappernden Kollegen Oliver Petszokat wirkte sie ein wenig verloren und sichtlich nervös.
Ganz ruhig, zuerst tief ein - und dann wieder ausatmen! Genau das hat sich Senna wohl zu Herzen genommen. In jeder kurzen Sprechpause schnappte sie fast wie eine Erstickende nach Luft. Lag das etwa an ihrem viel zu eng geschnürrten Oberteil? Oder doch an der Aufregung?
Die Zuschauer werden es wohl nie erfahren. Halb so schlimm: Trotz Schnappatmung kam von Senna immerhin der krasseste, wenn auch einstudierte Spruch des Abends: „Oli, Dieter Bohlen würde kotzen!“
Recht hat sie, die Senna – und der Dieter ist sicher nicht allein!
Foto: ProSieben