Eine Überraschung war es nicht wirklich. Nachdem die persönlichen Schicksalsschläge des „Supertalent“-Kandidaten Michael Hirte in nahezu jedem RTL-Magazin ausgeschlachtet wurde, hat der Mundharmonikaspieler die Show gewonnen.
Nicht zu vergessen Dieter Bohlens unzähligen Appelle in der BILD-Zeitung und während der Sendung: Michael sei sein absoluter Favorit und wenn er nicht gewinne, würde er seine Jacket fressen!
Auch die Platzierung von Hirtes Auftritt am Ende der Finalshow, begleitet von ganz viel Pyrotechnik, wirkte so überhaupt nicht inszeniert. Klar, dass der gute Mann nach seinem Sieg auch, wie von Bohlen gewünscht, spontan „Stille Nacht“ zum Besten gab. Wurde übrigens schon erwähnt, dass es Hirtes CD „Der Mann mit der Mundharmonika“ bereits fertig produziert am 5. Dezember im Handel steht?!
Teenie-Röhren chancenlos…
Die enorme Unterstützung von Hirte hat jedenfalls Wirkung gezeigt: 72,62 Prozent der Zuschaueranrufe gingen für den Sympathieträger ein. Jongleur Kelvin Kalvus wurde mit nur 5,47 Prozent der Stimmen Zweitplatzierter, vor Mini-Tänzer Marcel Pietruch mit 4,96 Prozent. Selbst die Teenies mit den beeindruckenden Powerstimmen, Vanessa Krasniqi (Platz 4) und Yosefin Boehler (Platz 5), hatten keine Chance gegen Hirte.
Dem sei der Sieg mehr als gegönnt. Doch wie schon bei der vergangenen „Deutschland sucht den Superstar“-Staffel bleibt ein übler Nachgeschmack: Die oftmals einseitige Berichterstattung über die Castingkandidaten sowie allzu deutliche Jury-Statements sorgen für eine klare Wettbewerbsverzerrung.
Natürlich gewinnt immer wieder der Hartz-IV-Empfänger, der im Idealfall noch weitere Leidensgeschichten mitbringt. Denn genau der lässt sich am besten vermarkten und beschert RTL ein emotionales und quotenstarkes Tränenfinale!
Foto: RTL / Stefan Gregorowius