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 Teleterror/ZappingMittwoch, 11. März 2009 um 13:04:14
ProSiebens Next Trash-Attacke
von Michael Bauer

„Heul nicht, lauf!“, lautet der Untertitel der neuen ProSieben-Show „Wipeout“. „Zum Heulen und Davonlaufen“, hätte es allerdings viel besser getroffen. "Takeshi's Castle" lässt grüßen!

In der vergangenen Woche zeigte ProSieben die letzte Folge von „The Next Uri Geller“. Danach konnte es mit dem Niveau auf dem Sendeplatz, dienstags um 20:15 Uhr, eigentlich nur aufwärts gehen.

Die Betonung liegt auf eigentlich: Nach den zuletzt unterirdischen Quoten der Löffelverbieger-Hokuspokus-Show hatten die Programmverantwortlichen wohl nichts mehr zu verlieren. Warum also nicht noch mehr Trash-TV zur besten Sendezeit?

Mit „Wipeout – Heul nicht, lauf!“ zauberte ProSieben ein vermeintlich neues Format aus dem Senderarchiv. Das entpuppte sich als Klon der japanischen Action-Show „Takeshi’s Castle“: Eine Gruppe von Kandidaten mit überdimensionalen Schutzhelmen muss sich durch verschiedene Parcours kämpfen. Dabei landen die meisten unzählige Male im Wasser, im Matsch oder einfach nur auf ihrem Hinterteil. Das Ganze wird mit dummen Sprüchen kommentiert, die selbst hinter dem Witz der „Upps! Die Superpannenshow“ zurückbleiben.

Opdenhövel als Lückenbüßer?

Wie das möglich ist? Ganz einfach: Man stelle zwei steife Herren im Anzug vor eine billige Blue Box und halte die Kamera drauf! „Schlag den Raab“-Schwätzer Matthias Opdenhövel und Sportkommentator Werner Hansch haben den Job als bemüht lästerndes Moderatorenduo übernommen. Vermutlich wollte ihn keine anderer machen oder Oliver Petszokat und Sonya Kraus waren schon ausgebucht.

Als Außenreporterin vor Ort kommt ProSieben-Allzweck-Blondine Charlotte Engelhardt zum Einsatz. Viele Momente, in denen sie wirklich etwas sagen darf, gibt es aber nicht: Meist hält sie den Kandidaten nur stumm lächelnd das Mikro unter die Nase – immerhin in unterschiedlichen Outfits. Diese sollen vermutlich davon ablenken, dass selbst Engelhardt die Spielregeln der Sendung nicht kennt.

Aus einem ganz einfachen Grund: Es gibt gar keine! Hauptsache, die Kandidaten fallen oft genug auf die Nase! Wer sich am Ende die meisten blauen Flecken geholt oder Opdenhövel und Hansch die beste Spruchvorlage geliefert hat, gewinnt 10.000 Euro. Mehr war im Budget leider nicht drin. Schließlich musste ProSieben die Formatrechte für „Wipeout“ aus den USA erwerben.

Einschaltzwang durch Geller-Hypnose?

Erschreckend, dass die Ideen der Fernsehmacher hierzulande nicht mal mehr für eigene Hirnlos-Shows reichen! Noch beunruhigender sind jedoch die Einschaltquoten der ersten „Wipeout“-Folge:

Mit insgesamt drei Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 16,2 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen verlief der Auftakt der Sendung überraschend erfolgreich.

Hatte da etwa Uri Geller seine Finger im Spiel? Ein so großes Interesse der TV-Nation ist doch hoffentlich nur durch faulen Zauber zu erklären!?

Fotos: ProSieben, Stefan Menne


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Infos zum Autor

Michael Bauer wurde 1980 in Leonberg geboren und arbeitet als Redakteur und freier Autor. Momentan lebt er im badischen Ettenheim bei Lahr im Schwarzwald.


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