Lilo (Gerlinde Locker) ist das Oberhaupt der reichen Frankfurter Bankiers-Familie von Rheinberg. Ihr Sohn Markus (Roland Koch) tanzt voll und ganz nach ihrer Pfeife und leitet die knallharten Geschäfte der Privatbank. Familienärger droht, als seine ältere Schwester Mona von Rheinberg (Angela Roy) nach 30 Jahren wieder auftaucht.
Zunächst ahnt keiner, dass die ehrgeizige Bankangestellte Ariane (Anna Berheau) Monas Tochter ist. Sie arbeitet unter falschem Namen im Bankhaus Rheinberg. Nicht allzu lange: Arianes wahre Identität fliegt auf und sie verliert ihren Job.
Mona will und kann das nicht zulassen und erpresst ihren Bruder: Entweder Ariane bekommt eine Führungsposition in der Bank oder sie besteht auf ihren Anspruch am Rheinberg-Vermögen. Darüber ist natürlich auch der Rest der machthungrigen Familie nicht besonders begeistert.
Leider nur Telenovela-Niveau…
Das Erste wollte mit „Geld. Macht. Liebe“ eine Art deutsches „Dallas“ etablieren. Allerdings waren die guten Einschaltquoten des Pilotfilms eine Ausnahme. Die Primetime-Soap verliert seit ihrem Start Anfang Juli kontinuierlich an Zuschauern.
Kein Wunder: Die Produktion reicht bei Weitem nicht an sein erfolgreiches US-Vorbild aus den 80ern heran. Die Serie wirkt in ihrer Umsetzung wie eine der öffentlich-rechtlichen Telenovelas, die keine altbekannten Klischees und Plattitüden auslässt.
Die wenig originelle Drehbuchvorlage lässt selbst fähige Schauspieler wie Gerlinde Locker als knallharte, aber eindimensionale Familienpatriarchin und Roland Koch als Möchtegern-J.R. zu durchschaubaren Abziehbildern verkommen. Die Intrigen sind alt bekannt, auch wenn sie auf einem neuen Machtkampf-Spielplatz, in der Bankenbranche, ausgetragen werden.
Wenig Unterhaltung für viel Geld…
Doch das Thema Wirtschaftskrise, das vielleicht auch den von Rheinbergs endlich mal echte Probleme beschert hätte, wird ignoriert. So sorgen sich die Charaktere vorwiegend um ihre Garderobe oder zanken sich über Geschäftsanteile. Gähn!
Das Ganze bleibt so spannungsfrei, dass nicht einmal die bemühten Cliffhanger am Ende der Folgen zünden wollen. Der Reiz zum Weiterschauen fehlt.
Die erste Staffel von „Geld. Macht. Liebe“ kommt voraussichtlich auf 19 Episoden. Auf die DVD-Box haben es nur der Pilotfilm und die ersten fünf regulären Folgen geschafft. Es sind also drei Boxen für die ganze Staffel zu erwarten, was den Fan dann insgesamt rund 60 Euro kosten dürfte. Ganz schön viel! Immerhin gibt es Interviews mit den Hauptdarstellern als Bonusmaterial.
Fazit: Lieber Wiederholungen von „Dallas“! (mb)

Extras: Interviews
FSK: ab 12 Jahren
Darsteller: Roland Koch, Gerlinde Locker, Angela Roy, Susanne Schäfer u.a.
Tonformat: Dolby Digital 2.0, Stereo
Sprache: Deutsch
Bildformat: 16:9 PAL
Produktion: Deutschland, 2009
Länge: ca. 344 Minuten
VÖ: 02/10/09
Fotos: Edel Germany GmbH