Mike Tyson lässt die Höhen und Tiefen seiner Karriere und seines Privatlebens Revue passieren: Im Interview mit Filmemacher James Toback nimmt der ehemalige Schwergewichtsweltmeister auch Stellung zu seiner Zeit im Gefängnis sowie seinen Alkohol- und Drogeneskapaden.
Untermalt werden die Gespräche mit Ausschnitten aus Tysons besten und spektakulärsten Boxkämpfen. Der legendäre Fight aus dem Jahre 1997, bei dem Tyson seinem Gegner Evander Holyfield ein Stück vom Ohr abgebissen hat, darf da natürlich nicht fehlen.
Dennoch ist die Dokumentation vor allem darum bemüht, „Iron Mike“ eben nicht als diese unberechenbare Bestie zu zeigen. Im Vordergrund steht Tyson als nachdenklicher Mensch mit all seinen Ängsten und Gefühlen.
Kumpel hinter der Kamera…
James Toback ist seit vielen Jahren eng mit Mike Tyson befreundet. So war es abzusehen, dass der ehemalige Box-Champion trotz aller Skandale und Fehltritte unterm Strich sehr positiv in der Dokumentation dargestellt wird. Tyson gibt sich als eloquenter und charismatischer Mann, der zur Ruhe gekommen ist und seine Wut inzwischen unter Kontrolle hat.
Seine Gefängnisstrafe wegen Vergewaltigung Anfang der 90er und auch die Misshandlung seiner Ex-Frau sind zentrale Themen, die in den Interviews zur Sprache kommen. Die Zuschauer hören aber immer nur Tysons Seite der Geschichten. Viele Vorwürfe streitet Tyson ab, andere Ausrutscher werden quasi indirekt durch seine schwere Kindheit und den Erfolgsdruck erklärt bzw. entschuldigt.
Da macht es sich Tyson recht einfach. Doch dank Tobacks wirkungsvoller Inszenierung wird der Täter zum tragischen Helden, mit dem man durchaus mitfühlen will.
Fazit: Handwerklich gut gemachter Image-Film! (mb)

Extras: Biografie (PDF), Interview mit James Toback (PDF)
FSK: ab 12 Jahren
Mitwirkende: Mike Tyson, Trevor Berbick, Monica Turner u.a.
Regie: James Toback
Drehbuch: James Toback
Ton: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1,85:1 (anamorph)
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch,
Laufzeit: 86 Minuten
Produktion: USA, 2008
VÖ: 04/12/09