Ein exklusiver Club von blutgeilen Millionären veranstaltet alle sieben Jahre einen perfiden Wettberwerb: Die Großverdiener lassen 30 renommierte Profi-Killer gegeneinander antreten. Nur einer von diesen wird am Ende überleben und erhält als Gewinner zehn Millionen Dollar. Die Reichen, die das Geschehen per Überwachungskameras verfolgen, wetten vorab auf ihren Favoriten.
Hoch im Kurs steht Joshua Harlow (Ving Rhames), der das letzte Killer-Turnier gewonnen und sich eigentlich schon zur Ruhe gesetzt hat. Doch der Mord an seiner schwangeren Frau bewegt ihn schließlich zu einer erneuten Teilnahme. Er weiß: Einer seiner 29 Mitstreiter hat seine Liebste auf dem Gewissen!
Viele Killer und ein Säufer…
War es der durchgeknallte Texaner Miles Slade (Ian Sommerhalder), die clevere Attentäterin Lai Lai Zhen (Kelly Hu) oder der flinke Jumper Anton Bogart (Sébastien Foucan)? Lediglich den versoffenen Pater Joseph MacAvoy (Robert Carlyle) trifft sicherlich keine Schuld:
Der ahnungslose Mann gerät ungewollt in den Spielverlauf und wird vom skrupellosen Veranstalter Powers (Liam Cunningham) kurzerhand zum 31. Kandidaten erklärt. Lai Lai Zhen hat Mitleid und wird zu Josephs Beschützerin. Doch hat sie gegen Champion Joshua wirklich eine Chance?
Blasphemie statt Sympathieträger…
„The Tournament“ ist das Spielfilmdebüt des britischen Regisseurs Scott Mann und nichts für Zartbesaitete: Von der ersten Minute an spritzt das Blut und immer wieder fliegen Körperteile durchs Bild. Selbst Kirchen müssen als Schauplatz für das brutale Killer-Gemetzel herhalten. Dabei wäre es im Grunde schon schlimm genug, dass der Beinahe-Protagonist des Films ein trinkender Geistlicher ist.
Beinahe nur deshalb, da bei der Vielzahl an Akteuren kein wirklicher Titelheld auszumachen ist. Kelly Hu, Ving Rhames und Robert Carlyle spielen in etwa gleichwertige Hauptrollen. Das Problem: Keine der Figuren eignet sich dafür, um sie als Zuschauer ins Herz zu schließen.
Lai Lai und Joshua sind kaltblütige Killer, ihr innerliches Leiden erregt da kaum Mitleid. Pater Joseph macht als stinkender, alter Säufe ebenfalls wenige Sympathiepunkte gut. Immerhin bemüht sich Carlyle, das Beste aus seiner Rolle zu machen. Kelly Hu und Ving Rhames spielen ihre mit Klischees überladenen Charaktere dagegen recht routiniert und ausdruckslos.
Solide Action für einen Low-Budget-Streifen…
Die unzähligen Kampf- und Abschlachtszenen geben ihnen ohnehin keine Möglichkeit für schauspielerische Hochleistungen. Vermutlich waren hier die meiste Zeit auch nur Stuntleute im Einsatz. Etwa deshalb die vielen schnellen Schnitte? Vielleicht sind diese aber auch auf den eingeschränkten Spielraum der Low-Budget-Produktion zurückzuführen: Vielleicht konnte man einfach nicht so viel zeigen, wie man gerne wollte. Der Streifen kommt ohne großartige Spezialeffekte aus:
Eine Verfolgungsjad mit einem Bus und einem Lastwagen war die wohl aufwändigste und teuerste Szene des ganzen Films. Sonst bewegen sich die zahlreichen Explosionen und Splatter-Momente auf gehobenem TV-Niveau - alles handwerklich gut gemacht. So überzeugt „The Tournament“ in Anbetracht des Budgets immerhin optisch.
Der knappe Showdown und die finale Auflösung erweisen sich allerdings als viel zu durchschaubar, um den erfahrenen Action-Fan zu überraschen oder gar mitzureißen.
Fazit: Allzu blutige und geschmacklose Action! (mb)

Extras: Interviews, Beim Dreh, Originaltrailer, Trailershow
FSK: ab 18 Jahren
Darsteller: Kelly Hu, Ving Rhames, Robert Carlyle, Ian Sommerhalder u.a.
Regie: Scott Mann
Drehbuch:Gary Young, Jonathan Frank, Nick Rowntree
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Tonformat: DTS Dolby Digital 5.1
Bildformat: Widescreen 16:9 (1,85:1)
Laufzeit: 90 Minuten
Produktion: UK, 2009
VÖ: 07/01/10
Fotos: Ascot Elite