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 SoundcheckFreitag, 29. Januar 2010 um 11:40:28
Luxuslärm: So laut ich kann

Viel Krach machen Luxuslärm nicht - dafür rockige Popmusik für die Charts. Soweit nichts Besonderes, doch Frontfrau Janine Meyer erweist sich als fähige Sängerin.

Luxuslärm ist eine junge Band aus Iserlohn, die in den letzten Jahren bereits einige Preise wie den „1Live Krone“-Award als bester Newcomer-Act gewonnen hat. Das Debütalbum „1000 Km bis zum Meer“ veröffentlichte das Quintett um Sängerin Janine „Jini“ Meyer 2008 auf dem eigenen Label und verkaufte davon immerhin 25000 Exemplare. Nicht schlecht für eine Indie-Band, die sich ohne große Plattenfirma im Hintergrund selbst managt!

Mit dem zweiten Werk „So laut ich kann“ soll es nun mit dem ganz großen kommerziellen Durchbruch für Luxuslärm klappen. Die Chancen auf Erfolg stehen gut: Jini, Gitarrist Henrik Oberbossel, Bassist Eugen Urlacher, Keyboarder David Rempel und Schlagzeuger Jan Zimmer liefern 14 neue Songs ab, die dank gefälligen Melodien und Gitarrenriffs allesamt singletauglich sind. Hinzu kommt Meyers kräftig-markante, aber dennoch sehr gefühlvolle Rockstimme – irgendwo zwischen Österreichs Castingexport Christina Stürmer und Amy Lee von Evanescence.

Viel Kuschelware, wenig Lärm…

Musikalisch geht es dann doch eher in Richtung Fräulein Stürmer - nicht nur, was die plakativen, fast schon schlageresken Floskel-Texte angeht: Der Lärm im Bandnamen bleibt nahezu ein leeres Versprechen. Lediglich die Stücke „Du weißt nicht wie das ist“ und „Wirf den 1. Stein“ mucken mit etwas arg klischeehaften Nu-Metal-Akkorden im Stil von Linkin Park auf. Viel lieber zelebrieren Luxuslärm jedoch stadiontaugliche Popballaden im Rockgewand:

„Sie sieht es nicht“, „Feuer“, „Vergessen zu vergessen“ und „Etwas bleibt“ schmecken nach Kuschelmaterial von Silbermond. Der Unterschied: Jini steckt Kollegin Stefanie Kloß stimmlich bei weitem in die Tasche. Die hervorragende gesangliche Leistung wertet die schablonenhaften, radioformatierten Lieder enorm auf und verhindert, das Langeweile aufkommt.

Nur in wenigen Momenten beweisen Luxuslärm, dass sie aus dem Schema F ausbrechen können: Die Single „Sag` wie es ist“ und die Uptempo-Nummer „Nichts ist zu spät“ haben zwar auch Ohrwurmcharakter, überraschen aber mit einem funkigen Ska-Einschlag. Das nächste Mal bitte mehr davon und vielleicht nicht ganz so viele, nichtssagende Allgemeinplätze in den Lyrics!

Fazit: Rockiger Radiopop mit starker Stimme! (mb)

Anspieltipps: „Sag` wie es ist“, „Nichts ist so spät“, „Letzter Tag“

Für Fans: Silbermond, Christina Stürmer, Juli

Playlist:

01. Sag es wie es ist!                 
02. Sie sieht es nicht                  
03. Nichts ist zu spät                  
04. Feuer                  
05. Jemand anders sein                
06. Du weisst nicht wie das ist                
07. Komm' ins Licht                 
08. Vergessen zu vergessen                  
09. Regen                
10. Leb' deine Träume                 
11. Schrei so laut ich kann                 
12. Etwas bleibt                 
13. Wirf den 1. Stein                 
14. Letzter Tag

VÖ: 29/01/10 (Die Opposition/Intergroove)

Link: www.luxuslaerm.de


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